Vortrag am 12. Februar 2004 im Collegium Alexandrinum

 

Organzerstörende Gewebeform des Tuberkulose-Erregers

Dr. Valentin Aplas

 

Schwabachstr. 15

91077 Dormitz

 

Die käsige Nekrose des tuberkulösen Gewebes gehört zweifellos zu den markantesten und zugleich destruktivsten Kennzeichen des histopathologischen Bildes der Tuberkulose. Trotz vieler Studien ist es bislang nicht gelungen, die Pathogenese der käsigen Nekrose beweiskräftig aufzuklären.

Eine neue, leicht praktikable Methode ermöglicht, im für die Tuberkulose typischen käsigen, nicht verflüssigten Nekrosegewebe mikroskopisch regelmäßig massenhaft kokko-bazilläre wie filamentöse Mykobakterien in myzeloid kolonisierten Formationen aufzudecken, die sich mit den bekannten färberischen Verfahren nicht nachweisen lassen.

Der substantiell bestimmende Bestandteil der käsigen Nekrose besteht somit aus einer mor-phologisch besonders gekennzeichneten myzeloid strukturierten, vorherrschend kokkoiden oder bazillär-filamentösen Mykobakterienkolonie, wallartig eingeschlossen von einem resorptiv-fibrosierenden Granulationsgewebe mit einzelnen oder zahlreichen mehrkernigen Rie-senzellen vom Langhans- und Fremdkörpertyp.

Damit ist erstmals der Beweis erbracht worden, daß der Erreger der Tuberkulose seine zer-störende pathogene Wirkung nicht nur als Kochsches Stäbchen intrazuellulär entfaltet, sondern weit wirksamer ebenso extrazellulär in einzigartig flächenhaft myzeloid kolonisierten Verbänden. Es fällt nicht schwer, sie direkt für die käsige Zerstörung tuberkulöser Organe (Lunge, Niere usw.) kausal verantwortlich zu machen.

 

 

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