Schwabachstr. 15
91077 Dormitz
Die käsige Nekrose des
tuberkulösen Gewebes gehört zweifellos zu den markantesten und zugleich
destruktivsten Kennzeichen des histopathologischen
Bildes der Tuberkulose. Trotz vieler Studien ist es bislang nicht gelungen, die
Pathogenese der käsigen Nekrose beweiskräftig
aufzuklären.
Eine neue, leicht
praktikable Methode ermöglicht, im für die Tuberkulose typischen käsigen, nicht
verflüssigten Nekrosegewebe mikroskopisch regelmäßig massenhaft kokko-bazilläre wie filamentöse Mykobakterien in myzeloid
kolonisierten Formationen aufzudecken, die sich mit den bekannten färberischen
Verfahren nicht nachweisen lassen.
Der substantiell bestimmende
Bestandteil der käsigen Nekrose besteht somit aus einer mor-phologisch
besonders gekennzeichneten myzeloid strukturierten,
vorherrschend kokkoiden oder bazillär-filamentösen
Mykobakterienkolonie, wallartig eingeschlossen von
einem resorptiv-fibrosierenden Granulationsgewebe mit
einzelnen oder zahlreichen mehrkernigen Rie-senzellen
vom Langhans- und Fremdkörpertyp.
Damit ist erstmals der
Beweis erbracht worden, daß der Erreger der Tuberkulose seine zer-störende pathogene
Wirkung nicht nur als Kochsches Stäbchen intrazuellulär
entfaltet, sondern weit wirksamer ebenso extrazellulär in einzigartig
flächenhaft myzeloid kolonisierten Verbänden. Es
fällt nicht schwer, sie direkt für die käsige Zerstörung tuberkulöser Organe
(Lunge, Niere usw.) kausal verantwortlich zu machen.
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im Wintersemester 2003/2004