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der Universität Erlangen-Nürnberg - Wissenschaft für die Öffentlichkeit -
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Vorträge
von Prof. Dr. Karl Knobloch im Collegium Alexandrinum
Übersicht der Vorträge
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11. Dezember 2003 |
Pfefferkuchen,
Mandelkern mögen alle Leute gern. Über unsere Weihnachtsgewürze (Dias) |
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9. Dezember 2004 |
Geschichte und
Herkunft unserer Weihnachtsgewürze |
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8. Dezember 2005 |
Biblische Nahrung –
Früchte des Morgenlandes |
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27. Juli 2006 |
Aus fernen, warmen
und langen Sommern: Königliche Früchte im tropischen Asien – Mango, Mangosteen und Durian |
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21. Dezember 2006 |
Zur Weihnacht Nüsse
aus aller Welt |
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5. Juni 2007 |
Die Erlanger
Opium-Brote (Ringvorlesung über Uni-Sammlungen) |
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19. Juli 2007 |
Wasser und Leben
(Themenschwerpunkt: Wasser |
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20. Dezember 2007 |
Zur Weihnacht –
‚Unser täglich Brot’ – Über die Getreide Europas |
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26. Juni 2008 |
Anfänge des Lebens
(Themenschwerpunkt zur Evolution) |
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18. Dezember 2008 |
Gold, Weihrauch und
Myrrhe |
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23. Juli 2009 |
Aus fernen und
warmen Sommern – Prächtige, großartige und wertvolle Blütenpflanzen |
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17. Dezember 2009 |
Der Weihnachtsbaum
und seine Artgenossen |
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15. Juli 2010 |
Von den Alten
Erlanger Kräuterbüchern zum heutigen Wissen – Ausgewählte Nutzpflanzen |
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16. Dezember 2010 |
Zur Weihnacht –
Hutzeln, Kletzen, Knäckerla |
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28. Juli 2011 |
30 Jahre Aromagarten
Erlangen |
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15. Dezember 2011 (Ankündigung) |
Der Schokoladenbaum
– Kakao-Arten und ihre wertvollen Früchte |
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19. Juli 2012 (geplant) |
Aus warmen Sommern - Mohn, Opium,
Morphin, Heroin |
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20. Dezember 2012 (geplant) |
Zauberpflanzen
und Hexenkräuter |
Die Vortragsthemen mit
Zusammenfassung
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11. Dezember 2003 |
Pfefferkuchen, Mandelkern mögen alle Leute gern.
Über unsere Weihnachtsgewürze (Dias) Gewürze
und ihre Aromastoffe werden heute wie in früheren Zeiten in allen
menschlichen Kulturkreisen vielfältig genutzt. Viele Pflanzenarten
produzieren sie als „Ätherische Öle“, „Senföle“ und als „Scharfstoffe“. Ihre
Vielfalt im Pflanzenreich ist kaum überschaubar. Aromen aus heimischen
Gärten, aber auch aus fernen Ländern – zumal aus den Tropen – haben für uns
etwas oft Nicht-Alltägliches, vermeintlich Seltenes und Wertvolles. Unter
ihnen sind geschätzte, angenehm duftende, kräftig schmeckende und in
richtiger Konzentration auch vielfältig wirksame Stoffe. Zu Weihnachtszeit, an den dunkleren und
kälteren Tagen, sind sie uns besonders willkommen - im Lebkuchen und Stollen, in
Plätzchen, als Süssigkeiten, in Nüssen und
kandierten Früchten, im Glühwein und auch in der Aromalampe. Nicht nur
angenehm sind sie uns in Duft und Geschmack, sie sind für uns auch wertvoll
als biochemisch aktive, als physiologisch wirksame Naturstoffe. |
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9. Dezember 2004 |
Geschichte und Herkunft unserer Weihnachtsgewürze http://www.video.uni-erlangen.de/cgi-bin/index.pl/Clip/224 Das Weihnachtsfest soll
in die dunkleren und kalten Tage mehr Freude bringen; für Duft und Geschmack sorgen
dann die Weihnachtsgewürze. Schon vor Jahrhunderten waren mühe- und
gefahrenvolle Handelswege erkundet worden, um vom Morgenlande, aus den
Subtropen und Tropen, noch unbekanntes Aroma zu holen. Gewürze aus dem Orient
waren so sehr begehrt, dass Europas
Seefahrernationen über Jahrhunderte im Fernen Osten untereinander Kriege
austrugen, um damit die Herrschaft über den Gewürzanbau dort und über den
Gewürzhandel zu erringen („Gewürz-Kriege“). Zimt, Gewürz-Nelken, Pfeffer u.v.a.m. wurden an den Höfen Europas wie mit Gold
aufgewogen. Die Gewürze des Orients haben eine inhaltsreiche Geschichte. Mit
ihrem kräftigen Aroma unterstützen sie - heute wie früher - täglich unser
Wohlbefinden. Dies bewirken die im ätherischen Öl vorhandenen aktiven
Bestandteile, besonders die biologisch kräftig wirksamen substituierten phenolischen Komponenten. Heute sind Gewürze aus allen
Teilen der Welt für uns leicht verfügbar. |
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8. Dezember 2005 |
Biblische Nahrung – Früchte des Morgenlandes http://www.collegium-alexandrinum.de/knobloch_biblische-nahrung_ws5-6.htm Dattelpalme,
Olive und Feigenbaum sind neben zahlreichen weiteren alten Kulturpflanzen
eindrucksvolle Beispiele und Symbole der ersten von Menschen geprägten
Landschaften im Morgenlande. Von ihnen berichten jahrtausende alte
Zeugnisse in Stein, auf Ton und freilich auch im Text der Bibel. Sie
wurden aus Wildformen verlesen und bis in unsere Zeit hinein kultiviert. Wir
schätzen sie als Nahrungs- und Genussmittel. In biblischer
Zeit waren sie, wie oft auch noch heute, für Menschen dieser Ökosysteme von existenzieller Bedeutung.
Sie liefern energiereiche Nahrung, holen häufig Wasser aus tiefen
Erdschichten und spenden Schatten in der trockenen Hitze. Oft sind sie zu
vertrauten Mitgliedern familiärer Lebensgemeinschaften geworden. - Die
Dattelfrucht, heute von der Sahara bis Indien - und darüber hinaus in ariden
tropischen Gebieten der ganzen Welt - kultiviert, enthält einen sehr hohen Zuckeranteil,
der sie nach dem Trocknen als wertvolles Nahrungsmittel haltbar macht. In
älteren Kulturkreisen bereitet man aus der Dattel noch einen Sirup, den
„Dattelhonig“, und durch Vergärung gewinnt man einen „Arrak“. – In den
trockenen und kargen Gebieten ihres Anbaues werden selbstverständlich
sämtliche Teile der Palme sinnvoll genutzt. - Feigen
sind krugförmig ausgebildete, fleischig verdickte Blütenstands-Achsen, auf
denen sich zahlreiche kleine, weibliche und männliche Steinfrüchte zu einem
Verband angeordnet haben. Sehr kompliziert hat sich die Befruchtung durch
eine Gallwespe entwickelt.
- Getrocknete Feigen sind allein wegen ihres hohen Zuckeranteils haltbar. -
Der Feigenbaum produziert auch einen Milchsaft mit einem hohen Anteil an
Proteinasen, d.h. Protein-spaltenden Enzymen, die heute von grosser Bedeutung
sind in der Veredelung von Nahrungsmitteln und Gebrauchswaren. Seit Jahrtausenden ist besonders der Ölbaum
die bezeichnende Kultur- und Charakterpflanze des Mittelmeergebietes - mit grosser Vitalität
und hohem Alter. Seine Steinfrüchte enthalten das wohlschmeckende und
energiereiche Öl, das durch verschiedene Verfahren der Pressung sorgsam als
Nahrungsmittel und Kosmetikum wie auch für technische Zwecke gewonnen wird. -
Wie alle flüssigen pflanzlichen Speiseöle enthält es einen hohen Anteil
ungesättigter Fettsäuren, die für eine gesunde Ernährung von Bedeutung sind. |
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27. Juli 2006 |
Aus fernen, warmen und langen Sommern: Königliche
Früchte im tropischen Asien – Mango, Mangosteen und
Durian http://www.collegium-alexandrinum.de/knobloch_tropische-sommer_ss6.html Tropen
sind für uns leichter erreichbar geworden; auch ihre Produkte kommen auf
unsere Märkte. Umso interessanter ist in den Tropen ein
genaueres Hinschauen auf die Natur dort geworden und besonders auch auf ihre
Früchte. - ex oriente lux - . Die ältesten Kulturen entstanden
im Osten und mit ihnen entwickelten sich auch ihre Früchte dort, da sie immer
ein wichtiger Teil menschlicher Kulturen sind. Im
Tropengürtel der Erde waren besonders günstige Bedingungen für die Evolution
pflanzlicher Formen gegeben. Ganzjährig gleichförmige Lichteinstrahlung und
relativ hohe Temperaturen, welche Eiszeiten dort nicht ermöglichten,
förderten Entwicklung und Wachstum. Die deutlich unterschiedlichen
Niederschlagsmengen im Tropengürtel der Erde führten zu Lebensgemeinschaften
in trockenen Wüstengebieten bis zu den Regenwäldern mit ihrer besonderen
Formenvielfalt. - Seit
alters her ist im
tropischen Asien der Durian der „König der Früchte“ und die Mangosteen die
„Königin“. Die Mango-Frucht aber war vermutlich schon immer eine der am
weitesten verbreiteten tropischen Früchte. Während
die Mango unsere Märkte erreicht hat, gilt dies so nicht für Mangosteen und
schon gar nicht für Durian. Letztere sind auch in
ihrer Heimat als Saison-Früchte noch nicht in ihrer Kultur hoch entwickelt;
sie sind empfindlich für den Transport, und sie bleiben nicht lange haltbar.
Und voll aromatisch und richtig köstlich sind sie erst in der Vollreife –
kurz vor der dann unvermeidlichen Fäulnis. Deshalb sind Mangosteen und Durian auf
ihren Heimatmärkten teuer geblieben. Aber es sind wirkliche Köstlichkeiten, die ganz
reife Mango, und erst recht die „schneeweissen,
feuchten, aromatischen, Ambrosia-gleichen“ Segmente der einer Königin
gleichenden Mangosteen, und das „heisse und
feuchte“, ganz übel stinkende, mit Attributen schlimmer Düfte bezeichnete und
so überaus köstlich schmeckende, mit nichts anderem zu vergleichende,
butterweiche Fruchtfleisch der einem König gleichen Durian-Frucht. |
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21. Dezember 2006 |
Zur Weihnacht Nüsse aus aller Welt Nüsse sind
Speicher energiereicher Öle und Fette. Dies und ihr nussiges
Aroma machen sie weltweit, und schon seit prähistorischer Zeit, zu einer
wertvollen, besonderen Nahrung. Eine
kleine informative Auswahl von Vertretern der vielen Nuss-Früchte
aus aller Welt mit zahlreichen und verschiedenen Aspekten ihrer Nutzung und
Bedeutung ist eine Zusammenstellung mit 4 Früchten, nämlich der einheimischen
Hasel, der Erdnuss als einer
Weltwirtschaftspflanze, der Paranuss als Frucht
riesiger tropischer Bäume und der Kokosnuss als
schwimmfähigem Organ der Kokospalme im Tropengürtel der Erde. Hasel- und
Erdnuss sind beide echte Nussfrüchte,
da ihre Fruchtwand zu einer trockenen, harten Schale verholzt. Die Para-,Nuss'
ist mit botanischer Bezeichnung eine Kapsel und die Kokos-,Nuss'
eine Steinfrucht. Die Haselnuss war in Europa und
Asien schon in vorgeschichtlicher Zeit ein willkommenes Nahrungsmittel, blieb
es auch bei den Griechen und Römern, und so ist es bis heute. - Die Erdnuss wird in riesigen Mengen in den Tropen und
Subtropen angebaut und ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor; ihre Keimblätter
sind als Knabberartikel beliebt in roher, gedämpfter oder gerösteter Form;
ihr Öl ist ebenso von Bedeutung. Wie alle pflanzlichen Öle ist es den
tierischen Fetten als Energiequelle in der Nahrung vorzuziehen. - Die Paranuss wächst noch wild im Amazonaswald (und gepflanzt
an manchen Stellen über die Tropen verteilt) auf Baumriesen in grosser Höhe; dort reifen ihre dreikantigen Samen zu 10
bis 16 Stück in schweren grossen Kapselfrüchten
heran, davon bis zu 600 an jedem Baum. - Die Kokospalme war schon immer für
die Menschen in den Tropen an Wasserläufen und Küsten eine unverzichtbare
Quelle für Baumaterial, für Material zur Herstellung von Körben, Matten,
Seilen und Tauen; ihre Früchte lieferten immer schon eine energie-, vitamin-
und mineralreiche, wohlschmeckende Nahrung in Form von Kokoswasser,
Kokosmilch und Kopra (Fruchtfleisch; Kokosraspel), aber auch als Honig und
als Zuckersaft zum Vergären (Toddy). Das aus der
Kopra isolierte Kokosfett enthält vornehmlich gesättigte Fettsäuren und ist
damit in seinem ernährungsphysiologischen Verhalten den tierischen Fetten
gleichzusetzen. Wegen ihrer vielseitigen Verwendbarkeit und Bedeutung wird
der Anbau der Kokospalme heute in vielen Gegenden der Tropen kultiviert. Das
geschätzte nussige Aroma ergibt sich aus
komplizierten, komplexen und je nach Art auch wechselnden Gemischen. |
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5. Juni 2007 |
Die Erlanger Opium-Brote (Vortrag über die Martius-Pharmakognosie-Sammlung
in der Ringvorlesung über Sammlungen der Universität) |
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19. Juli 2007 |
Wasser und Leben (Themenschwerpunkt: Wasser) http://www.collegium-alexandrinum.de/knobloch_wasser_ss7.html
Im Wasser
hat sich das Leben auf unserer Erde entwickelt. Dort wurde die dazu
erforderliche Information in Abfolgen von dafür geeigneten Molekülen
zusammengestellt. Und mit Energie aus der Umgebung wurde Materie gestaltet zu
Strukturen, die sich selbst erhalten, ihre Baupläne speichern, sie
vervielfältigen und vererben können. Bei allen
während der Evolution entstandenen Formen des Lebens, bei Mikroben, Pilzen,
Pflanzen und Tieren, ist für deren Erhalt - durch Stoffwechsel, Wachstum und
Fortpflanzung - das Wasser als tragendes Medium grundlegende Voraussetzung. -
Auch Lebensformen besonderer Art, wie sie vielgestaltig vorkommen in
extremen, etwa sauerstoffarmen oder besonders trockenen Gebieten, auch in
ökologischen Nischen als salz-, säure- und hitzebeständige Organismen, alle
benötigen sie Wasser für vielfältige und auch spezifische Lebensprozesse. Grüne
Pflanzen holen sich aus dem Wasser geeignete Mineralien zum Aufbau ihrer
Struktur und erzeugen die dafür benötigte Energie, indem sie in den grünen
Blättern Lichtenergie einsammeln und diese mit Enyzm-Protein
in nutzbare chemische Energie umsetzen. Im Licht werden dazu die
Wassermoleküle gespalten und mit dem Kohlendioxid der Luft zu Kohlenhydrat
verbunden, wobei gleichzeitig aus dem Wasser Sauerstoff frei wird. Die so als
autotroph bezeichneten Pflanzen produzieren damit
energiereiche Nahrung für die Lebewesen, welche Lichtenergie nicht nutzen
können und auf pflanzliche und tierische Nahrung angewiesen sind. Diese heterotrophen Lebensformen gewinnen Energie für ihre
Lebensprozesse durch die Sauerstoff-abhängige Veratmung ihrer organischen
Nahrung, wobei als Endprodukte wieder Kohlendioxid und Wasser entstehen. Weltweit
treiben Photosynthese und Atmung diese ineinander greifenden Kreisläufe.
Jährlich werden so unvorstellbar grosse Mengen an
Wasser und Kohlendioxid (1,8 x 1017g als C) aus der Umwelt in den
Zellstoffwechsel eingebracht. Während der Evolution haben sich diese Materie-
und Energie-Kreisläufe, verknüpft mit den anderen Lebensvorgängen, harmonisch
ausgestaltet. - Da hat der Mensch eingegriffen, und das Gleichgewicht ist
nicht mehr da. - In allen
Lebensformen wird andauernd, und an vielen Orten in jeder Zelle durch
molekulares Geschehen, ein für alle energiebedürftigen Lebensvorgänge
benötigtes energiereiches Phosphat-Molekül gebildet. Bei Knüpfung solch einer
energiereichen Verbindung wird Wasser frei gesetzt. Durch Einlagerung von
Wasser kann diese Bindung wieder zu den Ausgangsstoffen gelöst und damit die
in ihr enthaltene Energie den Lebensprozessen zugeführt werden. Täglich verstoffwechselt der Mensch allein in diesem kleinen,
aber grundlegenden Kreislauf auf molekularer Ebene eine seinem Körpergewicht
vergleichbare Menge an diesem Energie enthaltenden Molekül mit Hilfe von
Wasser. - Diese grundlegenden Lebensprozesse wurden ganz früh schon bei der
Evolution der Organismen angelegt und sind so (wie dies für alle bewährten
Lebensvorgänge gilt) unverändert übernommen worden bis zur Entwicklung zu den
höchsten Formen im Pflanzen- und Tierreich. Als
Organismen begannen, aus dem Wasser kommend, das Festland zu erobern, ergaben
sich schnell Zustände mit Wasserknappheit. Hier gelang und gelingt es der
Evolution immer wieder, für die jeweiligen Gegebenheiten die interessantesten
Lebensformen zu entwickeln, um Versorgungsengpässen für das Leben aus dem Weg
zu gehen. Wasser wechselt zwischen Ozeanen und Kontinenten, zwischen
dem Pflanzen- und Tierreich, zwischen Lebensprozessen bis hin zu
grundlegendem Geschehen zwischen Molekülen. |
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20. Dezember 2007 |
Zur Weihnacht – ‚Unser täglich Brot’ – Über die
Getreide Europas http://www.collegium-alexandrinum.de/ws_7-8_jahresende.html „Getreide“
kommt von „tragen“, es ist das, was der Boden „trägt“, hergibt. – Im
niederschlagsreichen Winterregengebiet im Norden der Arabischen Halbinsel, im
„Fruchtbaren Halbmond“, begann vor 10.000 Jahren der sesshaft
gewordene Mensch den Ackerbau und die Viehzucht; er hat als erstes Kulturgras
hat die Gersteausgwählt
und begann 1.000 Jahre später Wildformen des Weizen zu sammeln und diese gezielt
anzubauen. Mit Weizen und Gerste kam vor ca. 3.500 Jahren auch der Roggen aus den vorderasiatischen
Ursprungsgebieten nach Europa, und mit diesen kam – wahrscheinlich zunächst
als Unkraut – auch der Hafer mit. Heute
sind die wichtigsten europäischen Getreide der Saatweizen, der Hartweizen, der Dinkel (Spelz-Weizen), der Roggen, der Triticale (eine Gruppe von
Getreideneuzüchtungen aus Kreuzungen zwischen Weizen und Roggen), die Gerste, der Hafer und als Futterpflanze der Mais. Die
Getreidekörner enthalten ca. 60% Kohlenhydrate (Stärke), 9 bis 12% Protein
und 2% Öl; doch das Haferkorn enthält beachtliche 7% Öl. – Weizen produziert mit seinem Kleber-Eiweiss ein besonderes Protein,
welches hervorragende Backeigenschaften gewährleistet. – Roggen, das wichtigste
Brotgetreide, wurde früher und gelegentlich auch heute noch von einem Pilz
befallen, der das Samenkorn zum auffälligen Mutterkorn werden lässt.
Im Mutterkorn werden Giftstoffe gebildet, die
früher zu gefürchteten Epidemien führten; heute sind dies Ausgangsstoffe für
wertvolle Arzneimittel. – Triticale bietet
hohe Erträge und gute Kornqualität, ist ausgezeichnet durch Winterhärte,
Anspruchslosigkeit und Krankheitsresistenz; der hohe Proteinanteil des Kornes
wird überdies aufgewertet durch einen Lysin-Anteil
von 3 bis 4%. – Wintergerste dient als Brotgetreide, für
Graupen, als Grütze und Viehfutter; Sommergerste ist ein Malzrohstoff. „Unser tägliches Brot gib uns heute“
ist nicht nur ein wichtiger Teil des christlichen Gebetes, war stets und ist
auch heute eine orientalische Bitte und bleibt ein kulturgeschichtliches
Denkmal für den Raum, in dem der Mensch begann, den Boden zu kultivieren für
den erhofften und erbetenen Ertrag, das Getreide, unser Brot. |
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26. Juni 2008 |
Anfänge des Lebens (Themenschwerpunkt zur
Evolution) http://www.collegium-alexandrinum.de/ss_8_universum.html Als vor 4,6 Milliarden Jahren unsere Erde
entstanden war, hat in ihrer energiereichen Wasserstoff-Atmosphäre –
gefördert durch starke ionisierende, ultraviolette Strahlung, elektrische
Entladungen, Vulkantätigkeiten und hohe Temperatur – eine chemische Evolution
begonnen, die in dieser (noch sauerstofffreien) Ur-Atmosphäre zu kleinen
Molekülen führte, die untereinander weiter reagieren konnten zu einfachen,
aber biologisch wichtigen Bausteinen. Diese sammelten sich (auf der kälter
gewordenen Erde) in den Ur-Ozeanen zu einer reaktiven „Ur-Suppe“.
Konzentrierte Ansammlungen organischer Säuren, Basen, Zucker u.a. reagierten an strukturierten und geladenen
Mineral-Oberflächen zu geordneten oligo- und polymeren Bio-Molekülen (zu Nucleotiden, Proteinen, Lipiden, Porphyrinen u.a.). Nur wenige,
aber vorteilhafte Bausteine für eine geordnete Materie wurden ausgewählt in
den frühen Schritten einer Evolution zu lebenden Formen. – Nur mit 4
verschiedenen Nucleosiden wurden langkettige Nucleotide geknüpft,
die auf Grund einer spezifischen Molekül-Abfolge die Information und
Weitergabe zur Bildung von Proteinen enthielt – und das ist bis heute so
geblieben. Nur 20 verschiedene Aminosäuren wurden gewählt, um die
unüberschaubare Vielfalt an spezifischem, langkettigem und aufgefaltetem
Protein, und in der Folge an Enzym-Protein für die Herstellung, Weitergabe
und Vererbung von Zell-, Gewebe- und Körper-Strukturen zu sichern – und das
ist in dieser Form bis heute so geblieben. Zur
Aufrechterhaltung dieser komplizierten Ordnung und Struktur war geeignete
Energie aus der Umgebung erforderlich. Absorbierte Lichtenergie
(Photosynthese) konnte schon – vor 3 bis 2,3 Milliarden Jahren – durch
einfache Purpur- und Cyano-Bakterien in einheitliche Energie-Pakete
umgewandelt werden. Diese konnten weiter zu energiereicher Nahrung umgesetzt
werden, welche dann neben dem eigenen Fortkommen auch anderen Zellen und
Organismen zur Verfügung stand, die Licht nicht verwerten konnten und Energie
für ihre Lebenstätigkeit aus dem Abbau dieser Nahrung (Atmung) gewinnen mussten. Eine Evolution lebender Formen mit Information für den
eigenen Aufbau, ihren Erhalt und für ihre Vermehrung war auf dem Weg. Dabei
waren schon die ersten Formen des Lebens in sich geschlossene Systeme, die
aber nach aussen offen
blieben für den Austausch von Materie und Energie mit ihrer Umwelt. Nichts
hat sich bis heute – bis hin zu den am höchsten organisierten Formen des
Lebens – verändert an diesen grundlegenden Vorgaben für lebende Strukturen,
die bei den Anfängen des Lebens in sehr viel einfacheren Formen
festgeschrieben worden waren. |
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18. Dezember 2008 |
Gold, Weihrauch und Myrrhe http://www.collegium-alexandrinum.de/ws_8-9_zumendedesjahres.html
Der Stern von
Bethlehem zeigte den Heiligen Drei Königen den Weg zum Geburtsort Jesu, und
so konnten sie ihm ihre Geschenke - Gold, Weihrauch und Myrrhe - bringen
(Math. 2, 11). Dieser Stern, ein "neuer", besonders hell
strahlender Stern, war wahrscheinlich das Licht von Saturn und von Jupiter,
die an diesen Tagen für den Beobachter am Himmel dicht zusammen standen;
möglicherweise war es aber ein Komet oder gar eine Supernova. Das Gold,
das die Könige brachten, war - wie jedes Element schwerer als Eisen - in
einer zurück liegenden Zeit in einem der unzähligen ausgebrannten Sterne im
All entstanden, als ein solcher Stern am Ende seiner Brennphase - in
gedrängter Zeit dann - zu einem unvorstellbar dichten Eisenkern implodierte,
seine Hauptmasse aber zu einer hell strahlenden Supernova explodierte, wobei
Energien für das Entstehen schwerer Elemente - und eben auch des Goldes -
freigesetzt und die Massen ins All geschleudert wurden. Weihrauch
und Myrrhe sind von dieser Welt. Weihrauch- und Myrrhe-Bäume wachsen in den
trockenen Gebieten um den Indischen Ozean im Süden Arabiens und auf dem Horn
von Afrika im Somaliland. Ihr Harz wurde vor tausenden
von Jahren schon gesammelt und als Räuchermittel im Kult der Ägypter,
Babylonier, Perser, Griechen und Römer gebraucht. Das Räucherharz war den
Israeliten im mosaischen Gesetz (2. Mos. 30.7 ff)
vorgegeben; in der Synagoge wird es nicht verwendet. Gegen Ende des 5.
Jahrhunderts wurde es in den christlichen Gottesdienst übernommen. In der
katholischen und der orthodoxen Kirche gilt Weihrauch als Symbol des zum
Himmel steigenden Gebetes und als Zeichen einer besonderen Ehrerweisung. Mit der
Nachfrage nach dem wertvollen Harz entstanden wichtige Handelsstrassen - eben die alten
"Weihrauchstrassen". - Früh schon hatte der findige Mensch auch den
Nutzen der Harze und ihrer Zubereitungen als ein Heilmittel entdeckt. Bei
Verletzung der Bäume tritt zu deren Schutz aus der Wunde (als Heilmittel)
eine zähflüssige, tropfenden Masse, die zu "Harz-Tränen" erhärtet
und so geerntet wird. Ein Harz ist ein komplexes Gemisch aus Ätherischem Öl
und, hauptsächlich, aus schwereren Bestandteilen (Molekülen), die die Natur
letztlich aus gleichen Bausteinen und mit gleichen Mitteln herstellt. Die moderne naturwissenschaftliche Analytik und
Pharmakognosie/Pharmakologie hat unter den Hunderten von Inhaltstoffen eines
solchen Harzes auch diejenigen herausgefunden, welche desinfizierend und,
darüber hinaus, u.a. entzündungshemmend wirken. -
Schon lange wird in Indien Weihrauch u.a. zur
Behandlung chronisch entzündlicher Gelenkerkrankungen eingesetzt. - Und
bereits in die Deutschen Arzneibücher DAB 1 (1872) und im Erg.-B. 6 DAB (1941), hatte man den Weihrauch (Olibanum) aufgenommen. - Ausgehend von neueren
Beobachtungen wurde gezeigt (in vitro-Experimente 1991), dass
die im Weihrauchharz enthaltenen Boswelliasäuren (pentazyklische Triterpene) in
einen Entzündungsstoffwechsel eingreifen, dort die Ausbildung von Leukotrienen unterbinden und damit eine Entzündung
schwächen oder zum Abklingen bringen können. - Weihrauch ist seit 2002
Bestandteil des Europäischen Arzneibuches, der Pharmakopoea
Europaea. |
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23. Juli 2009 |
Aus fernen und warmen Sommern – Prächtige,
großartige und wertvolle Blütenpflanzen http://www.collegium-alexandrinum.de/ss_9_vortraege.html#Ausklang
l Blüten
können besonders schön sein und obendrein noch von grossem Interesse,
wenn sie von einer Nutzpflanze stammen. So
gibt es z.B. unzählige Malven mit herrlichen Blüten, und besonders auffallend
schön sind die in zahlreichen Formen und Farben vorkommenden Blüten der Hibiscus-Arten in den Tropen. Jedoch nur eine Hibiscus-Art, Hibiscus sabdariffa, ist heute von wirtschaftlicher
Bedeutung, da ihre grossen fleischigen Kelchblätter, die „Hibiscus-Blüten“, in vielen
Teilen der Welt für wohlschmeckende Zubereitungen gefragt sind. Unter
den Aronstab-Gewächsen gibt es - wiederum in den begünstigten Tropen -
besonders riesige und schöne, interessante Blütenstände mit erstaunlich
wirksamen Mechanismen zum Einfangen von Insekten. Manche dieser Arten
besitzen kräftige Wurzeln, welche wertvolle Stärken bilden. Ihre Stärkekörner
sind oft nicht verdaulich und haben das Interesse geweckt für die Bereitung
zwar gut verträglicher, aber nahezu kalorienfreier Nahrung. Innerhalb
der Familie der australischen Proteaceen mit ihren ungewöhnlich schönen und grossen Blütenständen
findet man den Queensland-Nuss-Baum, Macadamiatetraphylla, der wegen seiner besonders
wohlschmeckenden Makadamia-Nüsse grosse Beachtung
findet. Manche
tropischen Bäume der Hülsenfrüchtler (Schmetterlingsblütler), so einige
aus der Gattung Pithocellobium, tragen wunderschön erscheinende
pinselborstige Blütenstände, welche auf den ersten Blick gar nicht einer
Schmetterlingsblüte ähneln. Ihre grossen Hülsenfrüchte produzieren in den
Keimblättern der Samen interessante Aromastoffe, die denen des Knoblauchs
verblüffend ähneln und auf den lokalen Märkten in grossen Mengen
als Gemüse und Gewürz angeboten werden. Ein
besonders kostbares und „schwer“ duftendes Aroma wird als Ätherisches Öl, das
den Namen Ylang Ylang bekommen hat, in den bizarren, goldgelben Blüten
eines tropischen Baums der Magnoliengewächse, Cananga odorata , gebildet und auf dem Weltmarkt mit
hohen Preisen gehandelt. In
der artenreichen Pflanzen-Ordnung der Orchideen - mit vorwiegend
Bodenorchideen in den gemässigten und mit Epiphyten in
den tropischen Klimazonen - kommt seit alters her den einheimischen und
subtropischen Knabenkräutern Bedeutung zu mit ihren schleim- und
stärkehaltigen Knollen, die man zu dem aromatischen Saleptrocknet. Bedeutsamer noch ist das Vanillin mit seinen begleitenden
Aromastoffen, welches die in Mexiko beheimatete Kletterpflanze Vanilla planfolia in ihren langen Früchten
ablagert. In der Natur mit ihrer nur schwer zu
überschauenden Vielfalt kann man neben Wunderschönem auch gleichzeitig sehr
Wertvolles finden. |
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17. Dezember 2009 |
Der Weihnachtsbaum und seine Artgenossen Zu den
Nadelhölzern gehört die große Baum-Familie der Pinien-Gewächse mit ihren
nadelförmigen Blättern und verholzenden, weiblichen Blütenständen (den
„Zapfen“), in denen die (nackten) Samen heranreifen. Je nach
Region war in früheren Jahren eine Tanne oder eine Fichte als Weihnachtsbaum
ausgesucht worden; heute schmückt vorwiegend eine Nordmann-Tanne am
Weihnachtsfest unser Zuhause. Alle
Pinien-Gewächse sind reich an Ätherischen Ölen in ihren Nadeln; und in deren
Holz werden bei zahlreichen Arten Balsame (Gemische aus Ätherischem Öl und Harz)
gebildet. Interessante Bestandteile im Holze sind auch pflanzliche Oestrogene, Lignane (z.B. Pinoresinol) und Stilbene (z.B.
Pinosylvin); weiter von Bedeutung sind die
Gerbstoffe, die häufig in der Baumrinde angereichert werden. Bei
Verwundung eines Pinien-Baumes tritt zum Wundschutz ein aromatisches,
zähflüssiges Gemisch aus, das als Balsam flüssig bleibt und sich mit der Zeit
zu einem Harz verfestigt. In vielen menschlichen Kulturen, schon in lang
zurückliegenden Zeiten, wurden diese Nadelbaum-Balsame und Harze gesammelt,
weiter verarbeitet und vielfältig genutzt. – Heute gewinnt man Balsame durch
Einschneiden der Rinden; und durch Schmelzen, Filtrieren und Destillieren des
Rohprodukts erhält man Terpentinöl (technisch genutztes Kiefern-Terpentin;
hochwertiges Lärchen-Terpentin) und als zurückbleibenden, festen Bestandteil
Kolophonium und weitere Harze. Harze werden auch eingesetzt bei der
Herstellung von Lacken, Firnissen und Seifen. – Wertvolle Harze verschiedener
Araucarien-Arten sind das Kopal-
und ebenso das Dammar-Harz. Bernstein ist altes,
versteinertes Pinien-Harz. Durch
Destillation mit Wasserdampf gewinnt man die Ätherischen Öle der
Pinien-Gewächse. Sie sind seit langer Zeit als Heilmittel in Gebrauch.
Ausgesuchte Pinien-Öle wurden in die Deutschen und Europäischen Arzneibücher
aufgenommen. Zu den Pinien-Gehölzen zählen weltweit die Gattungen der
Fichte (Picea) und Tanne (Abies)
mit je 40 Arten, die der Hemlocktanne (Tsuga) mit 14 Arten und der Douglasie (Pseudotsuga) mit 7 Arten [jeweils mit Nadeln an den
Langtrieben], sowie die Gattung der immergrünen Zeder (Cedrus)
mit 4 Arten und die Gattung der sommergrünen Lärche (Larix)
mit 10 Arten [jeweils mit Nadeln an den Lang- und an den Kurztrieben], und
schließlich noch die große Gattung der Kiefer-Gehölze (Pinus)
mit etwa 90 Arten (mit den Kiefern, Zierben/Arven,
Latschen und Spirken) [jeweils mit Nadeln allein an
den Kurztrieben]. |
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15. Juli 2010 |
Von den Alten Erlanger Kräuterbüchern zum heutigen
Wissen – Ausgewählte Nutzpflanzen Unsere
Universitätsbibliothek behütet eine erstaunlich grosse
Anzahl alter Handschriften und Kräuterbücher (frühe Vorstufen der späteren
Arzneibücher) (wie folgt). Die
ältesten sind lateinische Pergamenthandschriften (noch ohne Abbildungen) aus
dem 13. Jahrhundert (der Zeit des röm.-deutschen Staufer-Kaisers Friedrichs II, der Zeit des Albertus
Magnus, der Elisabeth von Thüringen, des Meister Eckhart und auch die Zeit
der Kreuzzüge), so der ‚liber de simplici medicina’ (‚circa instans’) des Johannis Platearii
(?), aus den Schriften der Medizinschule in Salerno.
Eine
bedeutende Quelle aus alten Zeiten ist ebenso das ‚herbarius
latinus’, von 1484, des Mainzer Peter Schöffer, 1425 - 1503 (einer der ersten Buchhändler im
neuen Zeitalter des Buchdruckes). Von Georg Oellinger, 1487 - 1557, Apotheker in Nürnberg, wurde eine
umfangreiche Handschrift mit kolorierten Federzeichnungen angefertigt und im
Jahre 1553 durch Samuel Quicchelberg vollendet, die
‚magnarum medicinae partium herbarieae et zoographieae imagines’. Im 18.
Jahrhundert gelangte der Band in die berühmte Sammlung des Nürnberger Arztes
Christoph Jakob Trew, 1695 - 1769, und nach dessen
Tod an die Universität Altdorf und liegt seit 1818 in unserer
Universitätsbibliothek. Die ‚historia plantarum’ des Conrad Gesner, 1516 - 1565, wurde auch von C.J. Trew gesammelt und herausgegeben. Der
Nürnberger Arzt und Botaniker Joachim Camerarius d.J., 1534 - 1598, ergänzte in seinem ‚camerarius florilegium’ Angaben
aus ältern Kräuterbüchern und liess es mit farbigen
Zeichnungen illustrieren (1589). Basilius Besler, 1561 - 1629, Nürnberger Apotheker, Kurator des
Gartens des Eichstätter Erzbischofs (zu dieser Zeit der einzig bedeutende
Botanische Garten ausserhalb Italiens) schuf den
berühmten ‚hortus eystettensis’
(erschienen 1613); dazu besitzt unsere Universitätsbibliothek sogar die
Vorzeichnungen. Christoph
Jacob Trew, 1695 - 1769, der Nürnberger Arzt und
bedeutende Sammler, war Herausgeber der umfangreichen ‚plantae
selectae
’ , dem wohl prachtvollsten Pflanzenwerk, das je in Deutschland
hergestellt und schon von seinen Zeitgenossen Carl von Linné und Albrecht von
Haller hoch gelobt wurde. Am 15. Juli werden einige in den Erlanger Kräuterbüchern
beschriebene Nutzpflanzen vorgestellt, ihre Präsenz in der Martius-Sammlung der Universität (der umfangreichen, 200
Jahre alten „Pharmakognostisch-pharmazeutisch-technischen
Sammlung“ des Erlanger Hof- und Universitäts-Apothekers Ernst Wilhelm Martius
und seiner Söhne) sowie ihre Anpflanzung im Botanischen- und im Aroma-Garten
gewürdigt und nach ihrer heutigen Bedeutung befragt. |
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16. Dezember 2010 |
Zur Weihnacht – Hutzeln, Kletzen, Knäckerla http://www.collegium-alexandrinum.de/ws_10-11_Jahresende.html Hutzeln
(alemannisch), Kletzen (bayrisch-österreichisch) sind getrocknete (zur Haltbarmachung gedarrte) Birnen, Dörrbirnen, die
in Hutzel-Broten verbacken werden. – Kneckerle, Siess-Knäckerla, sind – im Fränkischen seit frühen Zeiten
schon – geschätzte, haltbare, besonders kleine, leichte und langstielige
Äpfel mit gelber, rot-gestreifter, zuweilen kräftig roter Schale, die
besonders zum Schmuck des Weihnachtsbaumes geeignet sind. Dörrobst
(Trockenobst) hat eine Restfeuchtigkeit von etwa 20 %. Nicht alle
obstliefernden Pflanzen sind zur Herstellung von Trockenobst eignet. – Tockenobst ist
reich an Vitaminen, Mineralien und Kalorien. Kletzenbirnen
sind für die Dörrobstherstellung gezüchtete, oft auch sehr alte Obstsorten,
die früher der bäuerlichen Selbstversorgung dienten. Sie haben eine besonders
stabile Schale, ein festes Fruchtfleisch und einen sehr hohen Zuckergehalt.
Sie reifen sehr spät. Als rohes Obst sind sie zum Verzehr wenig geeignet. Kletzen
und Hutzeln (im Gegensatz zu Kletzen aus geschälten Früchten hergestellt)
werden in die gehaltvollen und sehr lange haltbaren Früchtebrote eingebacken . Ursprünglich wurden als Trockenfrüchte nur
Kletzen und Hutzeln verwendet, erst später nahm man auch Trockenpflaumen und
Nüsse, und mit der Einfuhr südländischer Früchte auch Feigen und Rosinen
dazu, ebenso wie kandierte, aromatische Citrus-Schalen
(Zitronat, Orangeat). Hutzel-Brot
hat Tradition, es ist eines der ältesten Weihnachtsgebäcke und wird vor allem
im bayerischen und schwäbischen Raum gebacken. Früher wurde Kletzenbrot ohne
Honig oder Zucker hergestellt, seine Süsse bekam es
nur durch die Kletzen und Hutzeln. Begonnen wurde mit dem Backen des
Früchtebrots in den Tagen um den Andreastag am 30. November. In der
Andreasnacht begannen die „Klöpfelnächte“, in denen maskierte junge Männer
mit Gedichten um Gaben, darunter auch Früchtebrot, bettelten. Am Heiligen
Abend oder am Stephanstag, am 26. Dezember, wurde das Früchtebrot vom
Hausvater angeschnitten und verteilt. Die Kinder, Mägde und Knechte bekamen
einen Anteil. Um Glück in den Stall zu bringen, erhielten die Tiere
Früchtebrot als „Maulgabe“. Die
älteste Form zur Herstellung von Hutzel- oder Kletzen-Brot ist wahrscheinlich
das Einbacken der Früchte in Brotteig. Knäckerla, auch Kleiner Neuzerling,
Knäcker, Hirschknäckerle,
sind die Namen für eine uralte Apfelsorte, die vermutlich vor 1600 in Franken
entstanden ist. Eine erste Erwähnung findet sich in Wolfgang Jakob Dümlers 1651 in Nürnberg erschienenem „Obstgarten“. Um
1862 war der Knäcker in Mittelfranken allgemein
verbreitet und sehr gerühmt wegen der „großen Bäume von großer
Fruchtbarkeit“. Sie fruchten jedes Jahr, auch in rauem Klima; sie kommen spät
zur Reife (September bis November). Heute sind nur noch wenige alte
Baumriesen im Forchheimer Land vorhanden. Seit etlichen Jahren wird die immer
noch beliebte Sorte von Baumschulen wieder angeboten. [www.obstarche.de] |
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28. Juli 2011 |
30 Jahre Aromagarten Erlangen Als im Sommer 1981 der fast ein Hektar grosse
Aromagarten in Erlangen mitten in der Stadt im Landschaftsschutzgebiet an der Schwabach neben der
Ludwigs-Brücke eröffnet wurde, war er der erste Garten dieser Art. Der Garten
wurde schnell weltweit bekannt. Wissenschaftler aus aller Welt haben ihn
besucht. – Schnell war er zu einem einmaligen Ökosystem heran gewachsen. Aromapflanzen bilden ihre Aromastoffe als Ätherisches Öl
(z.B. in Salbei, Kamille, Fenchel u.a.), als
schwefelhaltige Aromavorstufen in Lauch-Gewächsen (z.B. in Küchenzwiebel,
Knoblauch u.a.), als Senföle in Kreuzblütlern (z.B.
in Rettich, Senf, Kren u.a.), als Bitterstoffe (in
Wermut, Schafgarbe u.a.), als Scharfstoffe (in
Paprika, Kalmus u.a.). Aromastoffe sind Ergebnisse einer langsamen – in ihren
Produkten stets ausgewogenen – Evolution, die ihren Trägern und ihrer Umwelt
damit Vorteile verschaffen. Zahlreiche Aromastoffe sind reaktive Moleküle, die in allen
Organismen Wirkungen verursachen; ihre biochemischen und physiologischen
Aktivitäten hat die Natur immer vielfältig genutzt. Wirkungen der aktiven Bestandteile einer Aromapflanze auf
eine Nachbarpflanze, auf ein Pflanzen fressendes Insekt oder einen Vogel,
auch auf den zugreifenden Menschen sind zu einem kaum mehr überschaubaren,
dichten Netz von Information und Wirkung geworden. Die Wirkung der Aromastoffe auf Lebewesen wurde zu einem
bewundernswerten Forschungsfeld mit erstaunlichen Ergebnissen, die heute
Verständnis vermitteln bis auf die Ebene der wirksamen Moleküle mit ihren
aktiven Atomgruppen. -- Nachdenklich macht zuweilen die Einsicht, dass viel Kenntnis uns und unseren Vorfahren als
Erfahrungswissen schon lange bekannt ist, uns schon immer als unverzichtbares
Wissen gegen Krankheit gegeben war und als solches gehütet wurde. Literatur aus dem Erlanger
Arbeitskreis über Aromapflanzen und Aromastoffe: (1) Ber. Deutsch. Botan. Ges. 95
(1982) 277-280. (2) Progress in Essential Oil
Research, Editor E.-J. Brunke (1986), Walter de Gruyter & Co., Berlin,
429-445. (3) Z. Lebensm. Unters. Forsch. 185
(1987) 10-13. (4) Bioflavour ’87 (1988),
Walter de Gruyter & Co., Berlin, 287-299. (5) J. Ess. Oil Res. 1 (1989) 119-128. (6) Progress in Flavour Precursor Studies; P. Schreier, P. Winterhalter
(eds.) (1993) Allured Publishing Co., Carol Stream |
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15. Dezember 2011 (Ankündigung) |
Der Schokoladenbaum – Kakao-Arten und
ihre wertvollen Früchte Der Kakaobaum stammt aus Südamerika. Er wurde schon früh
von den Indianern kultiviert und genutzt und spielte im Mythos wie in der
Wirtschaft (Kakaosamen als Zahlungsmittel) zur Zeit der Entdeckung Amerikas
eine grosse Rolle. Erst im 17. Jahrhundert wurde der Kakaotrunk und die mit Zucker hergestellte Schokolade
in Europa bekannter. Bald führte ihr Siegeszug zur Entstehung einer
umfangreichen Industrie, die heute auf die Zulieferung von Kakaomasse und
Kakaobutter aus bestimmten Klimabereichen (zw. 20° nördl.
und 20° südl. Breite) rund um die Erde angewiesen
ist. Aus den Kakaobaum-Stämmen und Ästen wachsen die ca. 20 cm
langen Früchte, die eingebettet in ein weiches, süsses,
aromatisches Fruchtfleisch (Pulpa) die grossen
Samen enthalten. Die heraus gelöste Pulpa wird mit den Samen, abgedeckt unter
Blättern und in Kisten, einer Gärung überlassen, wobei die Pulpa abläuft und
in den Samen die Aromastoffe entstehen. Nach dem Trocknen der Samen in der Tropensonne werden
diese dann in den Verbraucherländern geröstet und gemahlen. So entsteht ein
zähflüssiger Brei (Fettgehalt über 50%), der nach Zugabe von Zucker, Gewürzen
und ggf. Trockenmilch, sowie nach vielfältigem Rühren, Walzen und
Temperieren, zu Schokolade gegossen wird. Zur Herstellung von Kakaopulver muss ein grosser Teil des
Fettes abgepresst werden. Kakao enthält Theobromin, das
chemisch und in seiner Wirkung dem Koffein ähnlich ist. –
Besonders Bitterschokolade mit hohem Kakaoanteil enthält als ein
wirksames Antioxidans das Flavonoid
Epicatechin, das – wie viele andere Inhaltstoffe
zahlreicher Nahrungsmittel – in der Lage ist, die ständig im Stoffwechsel
auftretenden Radikale unschädlich zu machen. |
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19. Juli 2012 (geplant) |
Aus warmen Sommern - Mohn, Opium, Morphin,
Heroin Seit den
Anfängen der Agrikultur schon hat der sesshaft
gewordene Mensch den ölreichen Mohnsamen und besonders auch den
schlafbringenden Milchsaft der unreifen Mohnkapseln, das Opium, in vielen
Zubereitungen genutzt. Diese den Schmerz ganz zuverlässig stillende Arznei
brachte aber auch mit sich die Sucht, das unstillbare Verlangen nach dem
Stoff. Mit Beginn
des 19. Jahrhunderts wurden aus dem Opium die wirksamen Substanzen Morphin, Codein, Papaverin u.a. isoliert, und es begann ihre spezifischere Anwendung
als gut dosierbare Arzneiformen. Die
moderne Naturwissenschaft und Medizin hat den sinnvollen Einsatz der
Opium-Inhaltstoffe weiter entwickelt und ihre Molekülstrukturen zu sehr
spezifisch wirksamen Opioiden umgebaut - zum Heil
der Schmerz-Leidenden, zum Unheil obendrein für alle, die der Sucht
verfallen. Die
Produktion von Opium, die Isolierung des Morphins, dessen Umsetzung zum noch
teureren Heroin ist immer noch die Geldquelle vieler Armen auf der Welt. |
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20. Dezember 2012 (geplant) |
Zauberpflanzen
und Hexenkräuter Zur Zeit
der Hexenverfolgungen in Europa, im Spätmittelalter (von 1250 bis 1500)
werden hinter geschädigtem,
vernichtetem Haus und Hof gern magische Praktiken vermutet, hinter denen der
Teufel steckt. Gross war das Interesse an
Mitmenschen, von denen man meinte, sie stehen in Verbindung, in einem Pakt
mit dem Satan. Kräuterkundige Frauen bewirkten mit ihren
Mischungen und Auszügen aus Pflanzen oftmals Verwunderliches. Und, wenn
nötig, wurden sie verhört, schonungslos, und ihr Wirken als unerklärlich
befunden und nur als möglich erachtet in einem Pakt mit dem Teufel. Dann war
eine Hexe erkannt. Von den Hexen man nahm an, sie buhlten mit dem
Teufel, sie bereiteten aus Kräutern ‚Buhl-Salben’, ‚Hexen-Salben’, mit deren
Hilfe sie sogar fliegen konnten – so am Hexen-Sabbat, in der Walpurgisnacht
hinauf zum Bocksberg oder zum Walberla. Die
Vorstellung von Zaubermitteln zum Fliegen ist uralt und reicht zurück bis in
die Antike. Und man findet sie immer wieder im Europa z.Zt.
der Hexenverfolgungen. Von da überlieferte Rezepturen
enthalten alkaloidhaltige Pflanzen vor allem mit halluzinogenen Wirkstoffen,
besonders aus der Familie der Nachtschattengewächse. Nach dem Ende des Finsteren Mittelalters dann, ab
etwa 1500, machen auch bedeutende Gelehrte (Ärzte, Heiler, Mystiker) Gebrauch
von Kräuterzubereitungen mit den Nachtschattengewächsen Tollkirsche, Bilsenkraut, Stechapfel, Mandragora, mit
Mohn-Gewächsen bzw. Opium
und auch mit dem Eisenhut, einem Hahnenfussgewächs. Heute können wir erklären, welche Wirkungen die
Menschen früherer Zeiten mit ihren Hexenkräutern, ihren Zauberpflanzen
erreichen konnten. |
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Vorträge im Rahmen der Führungen durch die Martius-Pharmakognosie-Sammlung
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Prof.
Dr. Karl Knobloch
E-Mail: karl.knobloch@rzmail.uni-erlangen.de
Telefon: 0911 20 31 41
Telefax: 0911 20 35 55
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Stand: 29.9.2011