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Collegium Alexandrinum

der Universität Erlangen-Nürnberg

- Wissenschaft für die Öffentlichkeit -

Sommersemester 2013

 

 

Vortrag im Somnmersemester 2013

von Prof. Dr. Karl Knobloch

 

Früchte aus fernen Sommern – Annonen, Guaven, Papayas

 

Die Annonen-Früchte der Tropen sind Sammelbeeren; besonders vier Arten werden kultiviert, - 1. die Cherimoya, 2. die Stachelannone (der Sauersack), 3. die Netzannone, 4. der Süßsack (der Rahmapfel). –  Die Sammelbeerenfrucht der Annonen ist apfelgroß (so bei der Cherimo-ya, die schon bei den Inkas in Kultur war, heute auch in den Subtropen gedeiht und die verbreitetste Art ist), kann aber auch (wie beim Sauer-sack) melonengroß werden und 2 kg wiegen. Die Früchte haben eine zentrale Blütenachse, an der – in weißes aromatisches, köstlich erfrischendes Fruchtfleisch (die Pulpa) eingebettet – schwarze glänzende Samen sitzen. –                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      

Die sortenreichen Obstbäume (3 bis 8 m hoch) der Guaven (ursprünglich von den Antillen) werden heute überall in den Tropen kultiviert. Die oft birnenförmige gelbe Beerenfrucht kann bis 12 cm groß werden und bleibt bekrönt von den vertrockneten Kelchzipfeln. Ein Baum kann im Jahr bis 1000 Früchte (bis 400 kg) hervorbringen. Diese sind nur wenig haltbar. Das weiße bis rötliche Fruchtfleisch hat einen quittenartigen, süß-säuerlichen Geschmack (gehaltvoll an Vitamin C) und kann zahlreiche Samen und Steinzellnester enthalten. Köstliche Säfte, mehr oder weniger dick, werden aus den Früchten gepresst. Guaven werden gern auch gekocht und in Konserven verwahrt. –

Die Beerenfrucht der Papaya, des „Melonenbaumes“ (von den spanischen Eroberern in Panama angetroffen), wird heute auch weltweit in den Tropen und Subtropen kultiviert (und ist gelegentlich in unseren Märkten zu haben). Die Kultur beginnt durch Aussaat. Die Papaya wächst sehr rasch zu einem bis 10 m hohen Stamm mit lang gestielten, tief handförmig eingeschnittenen Blättern, die bald abfallen und eine dreieckige Narbe am Stamm hinterlassen; so bleibt immer nur ein Blätterschopf an der Stammspitze. – Es gibt männliche und weibliche, auch zwittrige Papayas. Aus den bestäubten Fruchtknoten wachsen, dicht gedrängt unter dem Blattschopf (in etwa 6 Monaten) kopfgroße, ei- bis birnenförmige und 0,5 bis 1,5 kg schwere Beeren heran, die mit zunehmender Reife gelb werden. Das dicke Fruchtfleisch unter der ledrigen Haut ist gelb, orange oder lachsrot; es umschließt eine zentrale Fruchthöhle mit sehr vielen schwarzen Samen, die senfölhaltig sind und angenehm streng-würzig schmecken. Das bezeichnend aromatische Fruchtfleisch enthält (neben wertvollen Karotinoiden) beachtlich wenig Zucker und – besonders angenehm und wichtig – kaum Fruchtsäuren und wird deshalb sehr geschätzt und empfohlen (auch schon zum Frühstück) als besonders gut verträglich bei gesundheitlichen Problemen.

Alle Teile der Papaya enthalten Milchröhren mit dem wertvollen und medizinisch wie technisch vielseitig verwendeten, dem proteinspaltenden Enzym Papain, das mit ständig steigendem Bedarf weltweit  eingesetzt wird.  

 

 

 

 

 

Vorträge von Prof. Dr. Karl Knobloch im Collegium Alexandrinum