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Collegium Alexandrinum der
Universität Erlangen-Nürnberg -
Wissenschaft für die Öffentlichkeit -
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Wintersemester
2007/2008
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Ort:
Aula im Schloß, Erlangen, Schloßplatz 4 Zeit: donnerstags
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Organtransplantation |
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Donnerstag, |
Die Entwicklungsgeschichte der
Organtransplantation: Rück- und Ausblicke Dr. med. Katharina Pressmar,
Med. Klinik 4, Nephrologie
und Hypertensiologie (Transplantationszentrum) Die Entwicklungsgeschichte der
Organtransplantation erzählt von der wahr gewordenen Idee, Organe zu
verpflanzen um akut oder chronisch kranken Menschen das Leben zu
retten. Ihr Ursprung findet sich in einer Vielzahl von Legenden und
Mythen aus vergangenen Zeiten und Kulturen. Gegen Ende des 19.
Jahrhunderts gleicht sie einer spannenden Abenteuergeschichte,
die von Pionieren und schwer erkämpften Errungenschaften über Perfektion chirurgischer
Techniken, Erkenntnisse der natürlichen Immunologie und Entwicklung der immunsuppressiven Therapie erzählt. Im Jahr 1954 ist
es dann soweit, in den USA wird die erste menschliche
Nierentransplantation durch eine Lebendnierenspende erfolgreich
durchgeführt. Ausstrahlung in BR-Alpha am 25.
August 2008, 17 bis 17.30 Uhr |
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Donnerstag, |
Der Weg vom Spender zum Empfänger
am Beispiel der postmortalen Nierenspende Dr. med. Mirian Opgenoorth, Medizinische Klinik 4, Nephrologie und Hypertensiologie Teil 1:
Vorbereitung der Nierenentnahme und Auswahl des Empfängers Mit dem großen Thema Organtransplantation ist eng
verknüpft das Thema der Organspende. In aller Regel handelt es sich dabei um
die postmortale Organspende. Der Ablauf einer
solchen Organspende - der Weg eines Spendeorgans zu einem bestimmten
Empfänger auf der Warteliste - soll Thema dieses Vortrags sein. Eine postmortale Organspende ist
nur in einer bestimmten Situation möglich, nämlich dann wenn ein Patient auf
einer Intensivstation an einem Hirntod verstirbt. Nach Hirntodfeststellung
wird in einem Gespräch mit den Angehörigen geklärt, ob eine Zustimmung zu
einer Organspende vorliegt. Falls dies der Fall ist, geht es im
Organspendeprozess weiter mit der Klärung der medizinischen Eignung und der
Spendermeldung an Eurotransplant. Hier erfolgt die
Allokation, d.h. die Zuteilung der gemeldeten Spendeorgane an bestimmte
Patienten auf der Warteliste. Dann startet die Planung der
Entnahmeoperation und der Organtransporte. Dr. med. Undine Samuel, Medizinischen Klinik 4, Nephrologie
und Hypertensiologie Teil 2: Von der
Nierenentnahme zur Transplantation. Ablauf der Operation: Nach Feststellung
des Hirntodes und Vorliegen des Einverständnisses des Spenders bzw. der
Angehörigen zur Nierenentnahme wird diese geplant und durchgeführt. Hierzu
wird ein großer Bauchschnitt gemacht, die Nieren und großen Hauptgefäße
präpariert und nach Durchspülen mit einer speziellen Lösung zusammen
entfernt. Anschließend erfolgt eine Trennung der Organe und getrenntes
Verpacken. Zur Transplantation werden die Gefäße der zu transplantierenden
Niere speziell vorbereitet. Beim Empfänger erfolgt ein Unterbauchschnitt, die
Beckengefäße werden zugänglich gemacht und die Niere hier angeschlossen.
Anschließend wird der Harnleiter in die Blase eingepflanzt. Die Eigennieren
verbleiben normalerweise im Patienten, es sei denn, sie haben aufgrund ihrer
Grunderkrankung eine Größe erreicht, die es notwendig machen, sie vor einer
Transplantation zu entfernen, um Platz für die zu transplantierende Niere zu
erhalten. Eine der Hauptkomplikationen ist die akute Abstoßung, die sogar zu
einem “Platzen” des transplantierten Organs führen kann und somit eine
Entfernung des Organs unumgänglich macht. Ziel ist es, die Organqualität zu verbessern
und die Bereitschaft zur Organspende zu erhöhen. Ausstrahlung in BR-Alpha am 1.
September 2008, 17 bis 17.30 Uhr |
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Donnerstag, |
Möglichkeiten und Grenzen der
Transplantation Prof. Dr. med.
Christian Hugo,
Medizinische Klinik 4, Nephrologie und Hypertensiologie Priv.-Doz. Dr. med. Volker Müller, Chirurgische Klinik Die Nierentransplantation ist für
nierenkranke Patienten die beste Nierenersatztherapie, da nach der
Transplantation nicht nur die Lebensqualität, sondern auch die Überlebenszeit
verbessert wird. Im Vortrag werden vor allem die derzeitigen Möglichkeiten
und Problembereiche der Nierentransplantation besprochen. Hierbei wird die
begrenzte Haltbarkeit einer transplantierten Niere, die derzeitige immunsuppressive Therapie, die Konsequenzen der
anhaltenden Organmangelsituation, die Lebendspende, auch in der Situation
nicht passender Blutgruppen zwischen Spender und Empfänger, die
Transplantation bei älteren Patienten, sowie die Transplantation von mehreren
Organen am Beispiel der kombinierten Nieren-Bauchspeicheldrüsen Ausstrahlung in BR-Alpha am 8.
September 2008, 17 bis 17.30 Uhr |
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Donnerstag, |
Die Nierentransplantation im
Kindesalter: Besondere Probleme und Chancen Dr. med. Katalin Dittrich, Kinder- und Jugendklinik Die Organübertragung wurde in den letzten Jahrzehnten
technisch an immer jüngeren Kindern möglich. Heute können schon Neugeborene
eine Dauerdialysebehandlung erhalten, so überleben immer mehr Kinder, die auf
eine Nierentransplantation warten. Trotzdem beträgt der Anteil der unter
18jährigen nicht einmal 5% aller Nierentransplantierten in Deutschland. Nicht nur die unterschiedlichen Grunderkrankungen und die
technischen Besonderheiten machen die Nierentransplantation komplizierter als
bei Erwachsenen. Die Ziele der Transplantation sind auch für diese kleine
Gruppe eine bessere Lebensqualität und ein langes Organüberleben. „Nebenbei“
wollen wir auch normales körperliches Wachstum, eine regelrechte
Pubertätsentwicklung und Fertilität sichern. Der Schutz vor
Abstoßungsreaktionen und vor den Nebenwirkungen der immunsuppressiven
Behandlung können nur mit aktiver Zusammenarbeit der jungen Patienten
gemeistert werden. Gleichzeitig sollen diese Kinder in der Schule integriert
bleiben und ihren Werg ins Berufsleben finden. Diese Kinder haben große Chancen, die Aufgaben sind jedoch
aufwendig; deshalb können junge Patienten vor und nach der
Nierentransplantation nur von einem multidisziplinären Team optimal betreut
und auf das „Erwachsenenleben“ vorbereitet werden. Ausstrahlung in BR-Alpha am 15.
September 2008, 17 bis 17.30 Uhr |
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Donnerstag, |
Ethische und rechtliche Probleme der
Organspende Prof. Dr. med Andreas Frewer, M.A., Institut. für Geschichte und Ethik der Medizin, Professur für Ethik in der Medizin Die Möglichkeiten der modernen Transplantationsmedizin
haben in den letzten Jahrzehnten für große Fortschritte bei der Versorgung
von Patienten, aber auch wiederholt zu Diskussionen über ethische und
rechtliche Fragen gesorgt: Wann darf das Organ eines Verstorbenen oder gar
eines lebenden Menschen entnommen werden? Die Definitionen der Bedingungen
des Todes und der Spende haben immer wieder zu intensiven gesellschaftlichen
Kontoversen zur Ethik geführt. Wie kann die Organtransplantation nicht nur
medizinisch-fachlich korrekt, sondern auch individuell und sozial gerecht
geregelt werden? Grundsätzliche Modelle wie die Zustimmungslösung und die Widerspruchslösung
werden vorgestellt und auf ihre philosophisch-ethische Konsistenz analysiert.
Welcher Mensch soll bei gleicher Bedürftigkeit ein Organ
transplantiert bekommen? Im Mittelpunkt des Vortrages stehen moralische wie
auch rechtliche Fragen der Organspende und der so genannten Allokation: Damit
ist die gerechte Verteilung von Gütern oder Ressourcen – in diesem Fall
Klinikkapazitäten und Organe – auf potenzielle Empfänger gemeint. Wer soll in
welcher Form das lebensrettende Transplantat erhalten, welche Kriterien sind
sinnvoll und ethisch gerechtfertigt? Wie kann dieser schwierige Bereich politisch gestaltet
werden? Der grundsätzliche Organmangel wie auch theoretische Fragen der
Verteilungsgerechtigkeit werden problematisiert und in Bezug gesetzt zu
Grenzfragen ärztlichen Handelns im Urteil der Medizinethik. Ausstrahlung in BR-Alpha am 22.
September 2008, 17 bis 17.30 Uhr |
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Stand:
28. Januar 2008, ergänzt am 2. August 2008